Wie eine Organisation trotz Führungsvakanz innert weniger Tage handlungsfähig bleibt

Freitagabend, 17.40h.

Der Vorstand erhält die Nachricht, dass die Geschäftsführerin ab Montag ausfällt. Die Mitglieder im Vorstand machen sich keine Illusionen. Die Absenz wird länger dauern, wahrscheinlich Monate.

Und ausgerechnet jetzt laufen Jahresabschluss und Vorbereitung der Delegiertenversammlung. Es ist kein Moment für perfekte Lösungen, sondern für klare Entscheidungen: Handlungsfähigkeit sichern, Governance sauber halten, das Team entlasten. Jetzt ist der Vorstand gefragt.

Doch im Vorstand wird rasch klar: Niemand hat realistisch die Zeit, zusätzlich zur eigenen Rolle im Berufsalltag operativ einzuspringen. Glücklicherweise sind die Bereichsleitenden fachlich stark und nahe am Geschehen. Das Problem ist nicht Kompetenz – es ist Führungskapazität unter Druck. In solchen Situationen steigt Unsicherheit schnell: Wer entscheidet? Was hat Priorität? Was ist aufschiebbar? Und wer trägt die Verantwortung, wenn es eng wird?

Samstagvormittag, 10.00h.

Noch am Samstagmorgen kontaktiert ein Vorstandsmitglied das Zentrum für Verbandsführung. Nicht, weil die Interimlösung bereits gesetzt ist, sondern weil der Vorstand Optionen braucht, bevor er die Last stillschweigend dem Team übergibt. Im Verlauf des Wochenendes erhält der Vorstand zwei Profile von Interim-Manager:innen aus dem geprüften Pool, beide kurzfristig verfügbar und im Non-Profit-Umfeld erfahren. Plötzlich ist die Frage nicht mehr „ob irgendjemand hilft“, sondern „welche Unterstützung passt – und wofür genau“.

Sonntagabend, 18.30h.

Für den  Montag plant der Vorstand einen Videocall: Die Bereichsleitenden lernen die beiden Personen kennen, und gemeinsam wird der Rahmen geklärt. Dabei geht es weniger um Lebensläufe als um drei konkrete Dinge:

  • Welche Entscheide müssen in den nächsten Wochen getroffen werden?
  • Welche Aufgaben brauchen klare Führung und Priorisierung?
  • Und wie wird die Zusammenarbeit so gestaltet, dass die Bereichsleitenden fachlich führen können, ohne zusätzlich die gesamte Entscheidungs- und Drucklast zu tragen?

Der Unterschied.

Genau hier liegt der Unterschied zwischen „irgendwie auffangen“ und professionell überbrücken. Die Bereichsleitenden bleiben stark in der Sache – und erhalten gleichzeitig Rückhalt in der Führung: Prioritäten setzen, Entscheide vorbereiten, Spannungen abfedern, externe Anforderungen steuern. Nicht als Kontrolle, sondern als Begleitung, damit die Unsicherheit nicht wächst und der Druck nicht ins Team kippt.

Ob am Ende eine interne Übergangslösung reicht oder eine Interimskraft übernimmt: Entscheidend ist, dass Verantwortung nicht diffundiert. Eine Vakanz wird dann nicht zum Ausnahmezustand, wenn Organisationen früh klären, wer entscheidet, wie geführt wird und wie das Team entlastet bleibt.

Der Interimspool des Zentrums für Verbandsführung ist genau für solche Übergänge gedacht: kurzfristig verfügbare Führungserfahrung auf Zeit, mit klarem Mandat und passender Einbettung. Nicht als „Notnagel“, sondern als Instrument, um Stabilität zu sichern – und Menschen vor Überlast zu schützen.

Unser Angebot.

Wenn Sie vor einer ähnlichen Situation stehen, hilft eine kurze Standortbestimmung, um intern realistisch abzuwägen und bei Bedarf gezielt zu entlasten. Nutzen Sie dafür unsere Checkliste „Interne Lösung oder Interimslösung?“ – oder sprechen Sie mit uns über Ihre Ausgangslage. Oft reicht ein kurzes Gespräch, um Klarheit über den nächsten sinnvollen Schritt zu gewinnen.


Wie eine Organisation trotz Führungsvakanz innert weniger Tage handlungsfähig bleibt
ZfV - Zentrum für Verbandsführung AG, Martin Diethelm 16 février 2026
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